Biografie

John Axelrod                                                                                                        

Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Real Orquesta Sinfonica de Sevilla
Erster Gastdirigent “Orchestra Sinfonica di Milano “G. Verdi“

John Axelrod hat sich mit einem außergewöhnlich vielfältigen Repertoire, der Gestaltung innovativer Programme und seinem charismatischen Aufführungsstil als einer der führenden Dirigenten unserer Zeit einen Namen gemacht und wird von Orchestern weltweit angefragt.. Im April 2011 wurde John Axelrod zum Ersten Dirigenten des Orchestra Sinfonica di Milano „Giuseppe Verdi“ berufen (2011-2014). Der große Erfolg von Axelrods Zusammenarbeit mit „La Verdi“ führte zu einer Verlängerung seines Vertrags für weitere drei Jahre. Im November 2014 wurde John Axelrod zum neuen künstlerischen und musikalischen Direktor des Real Orquesta Sinfónica de Sevilla (ROSS) ernannt.

Seit 2001 hat John Axelrod über 150 Orchester geleitet, viele davon mehrfach, was sowohl seine Erfolge als auch sein Ansehen im klassischen Standardrepertoire in Europa unterstreicht. Darunter waren so renommierte Orchester wie das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das NDR Sinfonieorchester Hamburg, das Gürzenich Orchester Köln, die Dresdner Philharmonie, das Gewandhausorchester Leipzig, das Orchestre de Paris, das Orchestre National de Lyon, das Royal Philharmonic Orchestra London, London Philharmonic Orchestra, Philharmonia Orchestra London, die Accademia Nazionale di Santa Cecilia, das Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI in Turin, das Orchestra del Teatro La Fenice in Venedig, Orchestra del Teatro San Carlo di Napoli, das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, das Oslo Philharmonic Orchestra, Danish National Symphony, National Philharmonic Russland, das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, das Orchester des Mozarteum Salzburg, Warschau Philharmonie sowie die Sinfonia Varsovia. Sein internationales Profil als Gastdirigent in den USA und Asien umfasst Engagements mit der Washington National Symphony, den Los Angeles Philharmonic (in der Hollywood Bowl), dem Philadelphia Orchestra, der Chicago Symphony (beim Ravinia Festival), dem Israeli Philharmonic, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, der Kyoto Symphony, dem National Symphony Orchestra of Taiwan und der Shanhgai Symphony.

Auch bei Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Lucerne Festival, Salzburger und Bregenzer Festspielen, dem  White Nights Festival oder dem Beethoven Festival in Warschau war John Axelrod schon zu Gast.

Seine Aktivitäten im Opernfach umfassen die Premiere von Bernsteins Candide unter der Regie von Robert Carsen im Pariser Théâtre du Châtelet 2006 und im Teatro alla Scala in Mailand 2007. Richard Wagners Tristan und Isolde wurde 2009 unter der Regie von Olivier Py für die Angers Nantes Opéra aufgeführt und die Neueinstudierung von Kreneks Kehraus um St. Stephan bei den Bregenzer Festspielen 2008. In seiner letzten Spielzeit am Luzerner Theater dirigierte John Axelrod die Neuproduktionen Der Kaiser von Atlantis, Rigoletto, Rake’s Progress, Don Giovanni, Die Dreigroschenoper und Idomeneo – alle für das Lucerne Festival – sowie Der Barbier von Sevilla, Eugen Onegin, Der Liebestrank und Falstaff. In 2013 fand eine einzigartige Aufführung von „Der Kaiser von Atlantis“ zusammen mit der KammerSymphonie Berlin im Museum der Stiftung Topographie des Terrors, welches das Wirken der SS während dem zweiten Weltkrieg dokumentiert, statt.

2014 leitete er „Eugen Onegin“ am Teatro San Carlo in Neapel sowie die Eröffnung des Spoleto Festivals mit „Erwartung“, „La Dame de Monte Carlo“ und „La Mort de Cléopatre“.

Tourneen mit der Camerata Salzburg, Debuts mit dem Tonkünstler Orchester, WDR Sinfonieorchester, Euskadi Orchester und den Wiener Philharmonikern (2015) zählen zu John Axelrods bevorstehenden Auftritten. Konzerte und Meisterkurse an der Interlochen Kunstakademie sowie Wiedereinladungen des Royal Scottish National Orchesters beim Edinburgh Festival, dem NKH Symphony Orchestra Tokyo, dem Frankfurt Radio Sinfonie Orchestra, der Grazer Philharmonie und Kyoto Symphony stehen demnächst bevor. Weiters wird John Axelrod die Weltpremiere von Fabio Vacchis „Lo Specchio Magico“ („Der magische Spiegel“) beim Maggio Musical Fiorentino sowie eine Neuinszenierung von Kurt Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an der Oper in Rom dirigieren.

Zu den Solisten, mit denen John Axelrod häufig zusammen arbeitet, zählen unter anderem Julia Fischer, Martin Grubinger, Daniel Hope, Patricia Kopatchinskaya, Lang Lang, Lisa Batiashvili, Rachel Kolly d’Alba, Lilya Zilberstein, Sabine Meyer, Fazil Say und Han-Na Chang, aber auch Sänger wie Thomas Hampson, Elina Garança, Rinat Shaham, Veronique Gens, Isabel Bayrakdarian, Dietrich Henschel, Ana Maria Martinez und Ramon Vargas. 2009 unternahm John Axelrod auf spezielle Einladung von Lang Lang und Herbie Hancock eine Tournee durch Europa und die USA, die nach ihrem erfolgreichen Abschluss 2011 im Pariser Salle Pleyel und im Teatro alla Scala in Mailand wiederholt wird.

Als Erster Gastdirigent der Sinfonietta Cracovia war John Axelrod von 2000 bis 2009 in führenden Konzertsälen Europas und auf dem Kultursender ARTE zu erleben. Im Konzentrationslager Auschwitz brachte er 2007 die Musik zum Holocaust Memorial Film der BBC zur Aufführung, der einen Emmy Award gewann.

Von 2009-2012 war John Axelrod Musikalischer Leiter der Filmmusik-Galakonzerte „Hollywood in Vienna“ mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Mit diesem glamourösen Konzertereignis und einem Symposium werden im Wiener Konzerthaus einmal jährlich Wiener Komponisten geehrt, die zur Entwicklung des Hollywood Sound beitragen, und viele Komponisten gefeiert, die durch dieses musikalische Erbe beeinflusst wurden.

John Axelrod legt zudem großen Wert auf die Zusammenarbeit mit jungen professionellen Künstlern und war bereits mit dem Schleswig Holstein Festival Orchester beim Salzburg Festival, mit dem Orchestra Giovanile Italiana in Italien, der Accademia della Scala in Muskat, der Nord Deutschen Jungen Philharmonie in Deutschland, der Sinfonia Iuventus in Polen und mit dem Wiener Jeunesse Orchester in Österreich auf Tournee.

Einen besonderen Schwerpunkt seiner Arbeit legt John Axelrod auf die Förderung des zeitgenössischen Repertoires; er brachte zahlreiche neue Kompositionen zur Uraufführung, unter anderem von Kaija Saariaho, Wolfgang Rihm, Jörg Widmann, Marco Stroppa, Michael Gordon, Michael van der Aa, Avner Dorman, Marc-André Dalbavie, Pascal Dusapin, Wojciech Kilar, Gabriel Prokofiev und Karim al-Zand.

Einspielungen mit John Axelrod umfassen Goreckis 3. Sinfonie mit dem Danish National Symphony Orchestra für Sony Classical, Berlioz’s Herminie, Les Nuits d’été und Ravel’ Shéhérazade für Ondine mit Véronique Gens und dem Orchestre National des Pays de la Loire; die CD “French Impressions” für Warner Classics mit der gefeierten Geigerin Rachel Kolly d’Alba (die Aufnahme gewann auch den International Classical Music Award 2012); Wolfgang Rihm’s Klavier Konzert Sotto Voce I & II mit dem Luzerner Sinfonieorchester und dem Pianisten Nicolas Hodges für das Label Kairos, Fazil Says 1001 Nights in a Harem mit Patricia Kopatchinskaya und dem Luzerner Sinfonieorchester für das Label Naïve, Werken von Franz Schreker und seinen Studenten Ernst Krenek und Julius Burger für Nimbus, den Live-Mitschnitt von Bernsteins 3. Sinfonie (Kaddish), Schoenbergs Survivor from Warsaw, und Weills Berliner Requiem während des Lucerne Festivals 2006 mit dem Luzerner Sinfonieorchester ebenfalls für Nimbus, Dvořáks 9. Sinfonie mit der Württemburgischen Philharmonie Reutlingen für das Label Genuin, Werke von Wladyslaw Szpilman mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin für Sony Classical und Rolf Wallins Schlagzeug-Konzert Das war schön! mit Martin Grubinger und dem Oslo Philharmonic Orchestra für das Label Ondine. John Axelrods neueste Aufnahme ist ein Zyklus von Brahms-Sinfonien und Liedern von Clara Schumann unter dem Titel „Brahms Beloved“ (Telarc, 2013/14) mit dem Orchestra Sinfonica di Milano.

John Axelrod schloss 1988 sein Studium an der Harvard Universität ab. Ausgebildet durch und in der Tradition von Bernstein, studierte er 1996 am Konservatorium von St. Petersburg bei Ilya Musin und absolvierte das Dirigentenprogramm der American Symphony Orchestra League.